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Revision der F-Gas-Verordnung (EG) Nr. 842/2006

Fluorkohlenwasserstoffe – sowohl teilhalogenierte (HFKW) als auch vollständig halogenierte (FKW) – tragen zum Treibhauseffekt und damit zum globalen Klimawandel bei. Das Maß für ihr relatives Treibhauspotential wird in GWP (aus dem Englischen: Global Warming Potential) angegeben.

Die Verwendung fluorierter Treibhausgase (F-Gase) ist seit 2006 in der Verordnung (EG) Nr. 842/2006 und in der Richtlinie 2006/40/EG geregelt. Am 16. Dezember 2013 erfolgte in Brüssel im Rahmen des Trilogs zwischen der EU-Kommission, dem Europäischen Rat und dem EU-Parlament eine Einigung zur Revision der F-Gas-Verordnung.

Neue Verordnung auf dem Weg zum Gesetz

Am 20. Mai 2014 wurde die neue F-Gas-Verordnung (EU) Nr. 517/2014 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Diese tritt nun zum 01. Januar 2015 in Kraft.

Zu den wichtigsten Änderungen gehört dabei, dass Kältemittelfüllmengen nicht mehr in Kilogramm, sondern nach ihrem Treibhauspotential in CO2-Äquivalenten gewichtet werden!

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

Schrittweise Reduktion der HFKW-Mengen ("Phase-Down")

Es erfolgt eine schrittweise Reduktion (sog. "Phase-Down-Szenario"), der HFKW-Mengen, die in die EU in Verkehr gebracht werden dürfen.

Basis sind die in den Jahren 2009 bis 2012 durchschnittlichen in der EU hergestellten und in die EU eingeführten Gesamtmengen, ausgedrückt in CO2-Äquivalent.

ab 01.01.2015:

  • Haushaltskühl- und Gefriergeräte (sog. weiße Ware) mit GWP ≥ 150

ab 01.01.2020:

  • Kühl- und Gefriergeräte für den gewerblichen Gebrauch (hermetisch geschlossen) mit GWP ≥ 2500

ab 01.01.2020:

  • Kühl- und Gefriergeräte für den gewerblichen Gebrauch (hermetisch geschlossen) mit GWP ≥ 150
  • Mobile Kälteanlagen (hermetisch geschlossen) mit GWP ≥ 150

ab 01.01.2020:

  • Ortsfeste Kälteanlagen mit GWP ≥2500 (außer Anlagen zur Produktkühlung tiefer -50°C)

ab 01.01.2022:

  • Mehrteilige zentralisierte Kälteanlagen ≥40KW für die Gewerbekälte mit GWP ≥150
  • Ausnahme: Im Primärkreislauf von Kaskadenanlagen ist ein Kältemittel mit GWP bis 1500 erlaubt.

ab 01.01.2020:

  • Mobile Klimaanlagen (hermetisch geschlossen) mit GWP ≥150

 ab 01.01.2025: 

  • Mono-Splitklimaanlagen (unter 3kg Füllgewicht) mit GWP ≥750

Beschränkung des Inverkehrbringens (Artikel 11):

Daraus resultiert, dass Kältemittel mit einem GWP-Wert ≥2500 (u.a. R-404A, R-507, R-422A und R-422D) keine große Rolle mehr spielen werden. Als Alternativen kommen in Frage:

  • R-407A GWP-Wert: 2107 R-407F GWP-Wert: 1824

    Auch neue Kältemittel auf HFO-Basis mit niedrigen GWP-Werten, brennbare Kältemittel und R-744 (CO2) werden an Bedeutung gewinnen

     

    Beschränkung der Verwendung (Artikel 13)

    Ab 01.01.2020: Verbot der Verwendung von Kältemitteln mit einem GWP ≥ 2500 zur Wartung und Instandhaltung von Kälteanlagen mit Füllmengen ab 40 Tonnen CO2-Äquivalent (ausgenommen Anwendungen < -50 °C und Militärausrüstungen).

    Beispiel  R-404A Anlagen:

    40.000 kg (CO2-Äquivalent) / 3922 (GWP-Wert) = 10,2kg

    Bis 31.12.2029: Verwendung von zurückgewonnenen und aufgearbeiteten F-Gasen mit einem GWP ≥ 2500 zur Wartung und Instandhaltung von bestehenden (gebrauchten) Kälteanlagen.

     

    Dichtigkeitskontrollen:

    "Die Betreiber von Einrichtungen, die fluorierte Treibhausgase mit einem Treibhauspotenzial, das fünf Tonnen CO2 entspricht, enthalten, die nicht Bestandteil von Schäumen sind, stellen sicher, dass die Einrichtung auf Dichtheit kontrolliert wird." Artikel 3, Absatz 1.

    Beispiele für Kontrollintervalle nach CO2-äquivalenter Füllmenge:

 

Kältemittel

 

GWP-Wert

ab 5 Tonnen

jährliche Kontrolle ab

(mit LES* alle zwei Jahre)

ab 10 Tonnen

(hermetische Systeme)

ab 50 Tonnen

halbjährliche Kontrolle ab

(mit LES* jährlich)

ab 500 Tonnen

vierteljährliche Kontrolle ab

(mit LES* halbjährlich)

R-134a

1430

3,5 kg

7,0 kg

35 kg

350 kg

R-404A

3922

1,3 kg

2,6 kg

13 kg

130 kg

R-407C

1774

2,8 kg

5,6 kg

28 kg

280 kg

R-410A

2088

2,4 kg

4,8 kg

24 kg

240 kg

Abweichend bis zum 31. Dezember 2016:

Einrichtungen, die weniger als 3 kg flourierte Gase enthalten (hermetisch 6 kg), unterliegen nicht der Kontrolle.

Ab 01. Januar 2017 gelten auch für diese Anlagen die neuen CO2-Äquevalente.

Leckage-Erkennungssysteme (Artikel 5)

Die Betreiber von Anlagen, die fluorierte Treibhausgase mit einem Treibhauspotenzial enthalten, das 500 Tonnen CO2 oder mehr entspricht, stellen sicher, dass die Einrichtungen mit einem Leckage-Erkennungssystem versehen sind, dass den Betreiber bei einer Leckage warnt. Die Leckage-Erkennungssysteme werden mindestens einmal alle 12 Monate kontrolliert, um ihr ordnungsgemäßes Funktionieren zu gewährleisten.

Führung von Aufzeichnungen (Artikel 6)

Die Betreiber von Einrichtungen, für die gemäß Artikel 4 eine Dichtheitskontrolle vorgeschrieben ist, führen für jede einzelne dieser Einrichtungen Aufzeichnungen, die die u.a. folgenden Angaben enthalten:

a) Menge und Art der enthaltenen fluorierten Treibhausgase;

b) Menge der fluorierten Treibhausgase, die bei der Installation, Instandhaltung oder Wartung oder aufgrund einer Leckage hinzugefügt wurde;

c) Angaben dazu, ob die eingesetzten fluorierten Treibhausgase recycelt oder aufgearbeitet wurden, einschließlich des Namens und der Anschrift der Recycling- oder Aufarbeitungsanlage und gegebenenfalls deren Zertifizierungsnummer;

d) Menge der rückgewonnenen fluorierten Treibhausgase;

e) Angaben zum Unternehmen, das die Einrichtung installiert, gewartet, instandgehalten und, wenn zutreffend, repariert oder stillgelegt hat, einschließlich gegebenenfalls der Nummer seines Zertifikats;

f) Zeitpunkte und Ergebnisse der nach Artikel 4 Absätze 1 bis 3 durchgeführten Kontrollen;

g) Maßnahmen zur Rückgewinnung und Entsorgung der fluorierten Treibhausgase, falls die Einrichtung stillgelegt wurde.

Rückgewinnung (Artikel 8)

Die Betreiber von ortsfesten Einrichtungen oder von Kälteanlagen von Kühllastkraftfahrzeugen und Anhänger die fluorierte Treibhausgase enthalten, die nicht Bestandteil von Schäumen sind, sorgen für die Rückgewinnung dieser Gase durch Personen oder Unternehmen, die gemäß Artikel 10 zertifiziert sind, um sicherzustellen, dass diese Gase recycelt, aufgearbeitet oder zerstört werden.

Ausbildung und Zertifizierung (Artikel 10)

Die Mitgliedstaaten stellen bis zum 1. Januar 2017 Ausbildungs- und Zertifizierungsprogramme für die folgenden Personen auf:

  • Personen, die die Einrichtungen installieren, warten, instand halten, reparieren oder außer Betrieb nehmen;
  • Personen, die die Kontrollen auf Dichtheit durchführen;
  • Personen, die fluorierte Treibhausgase rückgewinnen;

Vorbefüllung von Einrichtungen (Artikel 14)

Ab dem 1. Januar 2017 dürfen Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen, die mit teilfluorierten Kohlenwasserstoffen befüllt sind, nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn die in die Einrichtungen gefüllten teilfluorierten Kohlenwasserstoffe im Rahmen des Quotensystems berücksichtigt sind.

 

  • Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

    Telefon: +43 (0)2256/636 30